Herbstliebe

Zuerst fürchte ich mich immer ein bisschen vorm Herbst.
Wenn am Wein rings ums Haus sich die ersten Spitzen röten. Und am Ahorn im letzten Hinterhof sich ganz oben ein paar Blätter lösen. Wenn die ersten Leute sagen, dass so etwas Gewisses in der Luft liegt.
Das will ich immer nicht hören. Noch ist Sommer, beharre ich. Und den halte ich fest, an den Armen, den Fingern, den Haarspitzen, bis auch die mir entgleiten und zu Spinnenfäden werden, zu silbrigen Seidenfasern, die leicht wie Luft davonwehen, zusammen mit dem Laub, das im stärker werden Wind zu fallen beginnt.
Den Herbst lasse ich erst gelten, wenn ich die erste Herbstzeitlose sehe. Im Park drüben, zwischen den Steinen und Stämmen. Erst dann drehe ich mich um und schaue ihm ins Gesicht. Und sehe, wie jedes Jahr, dass er schön ist. Bunt, reich, ein Fest der letzten Farben.
Und dann auf einmal … liebe ich ihn.

HK_Herbst_insta

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